Skip links

Museumswerft braucht Unterstützung: Schrottschiffe gefährden die Förde

In der Flensburger Förde bereiten sogenannte „Schrottschiffe“ zunehmend Sorgen. In den vergangenen Jahren hat sich ein problematisches Phänomen entwickelt: Boots- und Schiffseigner, die sich nicht länger um ihre Boote kümmern wollten, verkauften diese häufig für einen symbolischen oder sehr geringen Preis weiter. Die neuen Besitzer waren jedoch oftmals ebenfalls nicht in der Lage oder nicht bereit, die Boote zu unterhalten. Die Folge: Einige der Schiffe verfallen sichtlich oder sind bereits in der Förde gesunken. Dies stellt bis heute ein Umweltproblem dar und birgt weitere erhebliche Risiken für die Förde, die Tobias Fischer von der Flensburger Museumswerft verhindern möchte.

Bereits vor einiger Zeit machte Tobias Fischer von der Flensburger Museumswerft auf die Situation aufmerksam. Er wandte sich sowohl an die Stadt Flensburg als auch an die Flensburger Landtagsabgeordneten. Daraufhin lud der Landtagsabgeordnete Kianusch Stender zu einem runden Tisch ein, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Nach Auffassung von Tobias Fischer müsste die zuständige Ordnungsbehörde tätig werden, wenn ein Schiff zu sinken droht und dadurch eine Gefahr für die Umwelt oder die öffentliche Sicherheit entsteht. In einem solchen Fall könnte die Gefahr im Wege der Ersatzvornahme beseitigt und die Kosten anschließend den Eigentümern in Rechnung gestellt werden. Warum die Stadt Flensburg bislang nicht entsprechend handelt, kann Tobias Fischer nicht beantworten. Er selbst setzt sich seit mehreren Jahren mit großem persönlichem Engagement für eine Lösung ein. Dabei nimmt er mit anwaltlicher Unterstützung Kontakt zu den Eigentümern der betroffenen Schiffe auf und fordert sie auf, ihre Boote entweder ordnungsgemäß instand zu setzen oder aus der Förde zu entfernen. Eine Reaktion erhält er darauf nach eigenen Angaben jedoch nur äußerst selten. Auch von der Stadt Flensburg vermisst er bislang eine konkrete Rückmeldung oder Unterstützung.

Nun gibt es erstmals einen konkreten Fortschritt. Im Zuge der Arbeiten zur Errichtung des Hebewerks kommt ein leistungsstarker Schwimmkran nach Flensburg. Dadurch wird es möglich, zwei der Schrottschiffe zu heben und an Land zu bringen, um zu verhindern, dass diese sinken und dadurch noch größere Umweltschäden verursachen. Die Zerlegung und fachgerechte Entsorgung des Schiffsschrotts an Land verursacht jedoch erhebliche Kosten. Für diese Maßnahme bittet die Museumswerft nun um finanzielle Unterstützung.

Tobias Fischer möchte die einmalige Gelegenheit nutzen, nicht nur die beiden vorgesehenen Schrottschiffe an Land zu bringen, sondern – wenn ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen – auch weitere Wracks und marode Kutter aus der Förde zu bergen. Da der Schwimmkran ohnehin nach Flensburg kommt, könnten mit vergleichsweise geringem Mehraufwand weitere potenzielle Umweltgefahren beseitigt und die Förde nachhaltig entlastet werden.

Ob diese Chance tatsächlich umfassend genutzt wird, liegt allerdings nicht allein in den Händen der Museumswerft. Tobias Fischer kann lediglich auf die einmalige Gelegenheit aufmerksam machen und um Unterstützung werben. Neben der Bereitschaft der Stadt Flensburg, weitere Bergungen zu ermöglichen, ist die Museumswerft dabei auch auf Spenden angewiesen. Jede Unterstützung hilft dabei, weitere Schrottschiffe aus der Förde zu entfernen und einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Flensburger Förde zu leisten. (»|wirklich)