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Wenn Ehrgeiz zum Horror wird

Flensburg wird zur Filmkulisse: Für ihre Masterarbeit wagen die Filmstudenten der Hochschule
Flensburg Jurriaan Körfer und Lars Tietgen den Sprung in die Langspielfilmproduktion. Mit einem Team
von über 50 Mitwirkenden realisieren sie „Aus dem Rahmen“ (AT), einen psychologischen Horrorfilm über
Neid, Ehrgeiz und die dunklen Seiten des Erfolgs. Gedreht wird an zahlreichen Orten in Flensburg, die
dem Film ihre ganz eigene Atmosphäre verleihen. Im Interview sprechen die beiden über die Entstehung
des Projekts, die Herausforderungen einer unabhängigen Filmproduktion und ihre Leidenschaft für das
Filmemachen.


Stellt euch doch kurz vor: Wer seid ihr und woran arbeitet ihr?
Jurri: Ich bin Jurri und zusammen mit Lars realisiere ich einen Horror-Langspielfilm als Masterarbeit.
Ich bin der Kameramann und Lars führt Regie.
Lars: Wir arbeiten seit Ende letzten Jahres intensiv an dem Projekt. Seitdem haben wir das Drehbuch
entwickelt, Locations gesucht, Castings durchgeführt und einen tollen Cast zusammengestellt. In
wenigen Wochen beginnen die Dreharbeiten – entsprechend groß ist die Vorfreude.


Wovon handelt euer Film?
Lars: Im Kern geht es um Neid, Selbstinszenierung und die Frage, wie man mit dem Erfolg anderer
umgeht, wenn man selbst noch nicht dort ist, wo man gerne wäre. Diese Themen verbinden wir mit
psychologischem Horror.
Die Geschichte folgt Liv, einer jungen Künstlerin, die nach einem schweren Unfall an ihrem
Arbeitsplatz mit Schuldgefühlen und den Konsequenzen ihrer Entscheidungen konfrontiert wird.
Während sie versucht, die Ereignisse zu verarbeiten, gerät sie immer tiefer in einen Strudel aus Angst,
Ehrgeiz und Selbstzweifeln.
Jurri: Wir erfüllen uns damit einen Wunsch, den wir seit Studienbeginn haben: einmal einen echten
Horrorfilm zu drehen. Wir haben uns bei jedem Projekt größere Herausforderungen gesucht – jetzt
wagen wir uns an einen Langspielfilm. „Aus dem Rahmen“ (AT) vereint vieles, worauf wir in den
letzten Jahren hingearbeitet haben.


Ihr arbeitet also schon lange zusammen?
Jurri: Tatsächlich seit 2020. Bereits kurz nach Studienbeginn haben wir gemeinsam unsere ersten
Filmprojekte umgesetzt.
Lars: Seitdem haben wir unseren Schwerpunkt konsequent auf Film gelegt – zuerst im
Medieninformatik Bachelor und heute im Master Design, Film und Marketing. Das ist einfach der
Bereich, für den wir brennen.


Welches Publikum wollt ihr mit eurem Film erreichen?
Lars: Natürlich vor allem Horror- und Thriller-Fans. Gleichzeitig spielt der Film aber auch an vielen
Orten in Flensburg, sodass sich auch Menschen aus der Region wiederfinden und sagen können: „Hey,
das kenne ich, da war ich schon mal!“
Jurri: Außerdem dürfte das Thema Kunst viele Interessierte ansprechen. Die Hauptfigur ist Künstlerin,
und Kunst spielt auch in den Schauplätzen und Motiven des Films eine wichtige Rolle.


Was waren bisher eure größten Herausforderungen?
Jurri: Die Größe des Projekts. Mit rund 84 Minuten bewegen wir uns in klassischer Spielfilmlänge. Das
bedeutet einen langen Dreh, viel Vorbereitung und einen enormen organisatorischen Aufwand.
Lars: Und natürlich die Finanzierung. Wir sind hauptberuflich Studierende und auch wenn wir beide
unsere Nebenjobs haben, ist es natürlich extrem schwer, so ein Projekt auf die Beine zu stellen. Als
studentische Abschlussarbeit sind wir von den meisten Filmförderungen ausgeschlossen. Deshalb
stemmen wir einen großen Teil der Kosten selbst und finanzieren den Film zusätzlich über Spenden
und Sponsorings.
Jurri: Gleichzeitig erleben wir unglaublich viel Unterstützung aus Flensburg und der Region. Viele
Menschen und Institutionen haben uns geholfen, Locations bereitgestellt oder andere Formen der
Unterstützung angeboten. Dadurch sind die meisten Drehorte fußläufig aus der Innenstadt erreichbar.
Es ist wirklich ein lokales Projekt. Dafür sind wir sehr dankbar.


Wie kann man eure Arbeit unterstützen?
Jurri: Über unsere GoFundMe-Kampagne. Dort erklären wir das Projekt und zeigen transparent, wofür
die Spenden verwendet werden. Außerdem freuen wir uns natürlich über jede Form von
Unterstützung und Aufmerksamkeit.
Lars: Und wir suchen für den 20.06 und 24./25.06 noch Statistinnen und Statisten für die
Ausstellungsszenen. Wer Interesse hat, kann sehr gerne Kontakt mit uns aufnehmen.


Wo wird man euren Film sehen können?
Lars: Nach dem Dreh möchten wir den Film zunächst auf Festivals einreichen und hoffen natürlich auf
eine erfolgreiche Festivalreise. Der große Traum wäre irgendwann sogar ein Kinostart, aber bis dahin
liegt noch einiges an Arbeit vor uns.
Jurri: Bis es so weit ist, begleiten wir die Produktion auf Instagram unter @21zu9.studio und geben
dort Einblicke hinter die Kulissen sowie in die Dreharbeiten.


Zum Schluss eine etwas ungewöhnliche Frage: Was für ein Gericht wäre euer Film?
Jurri: Ganz klar: extrem scharfe Buldak-Ramen. Unglaublich lecker, aber man spürt sie noch Tage
danach.
Lars: (lacht) Vielleicht eine Frucht, die zunächst süß schmeckt, aber einen leicht bitteren
Nachgeschmack hinterlässt.


Gibt es noch etwas, das ihr zum Abschluss sagen möchtet?
Jurri: Vor allem Danke. An alle, die bereits gespendet haben, an unsere Unterstützerinnen und
Unterstützer, an die Locations und an unser gesamtes Team.
Lars: Über 50 Menschen arbeiten mittlerweile an diesem Projekt mit. Ohne sie wäre das alles nicht
möglich. Jetzt freuen wir uns darauf, endlich mit dem Dreh zu beginnen. Der Film ist für uns ein echtes
Herzensprojekt. Wir beide lieben Horrorfilme und mit dieser Masterarbeit haben wir nun die
Möglichkeit, diesen Traum umzusetzen.


Vielen Dank für das Gespräch.
(Charlie Puttrus)

Kontaktdaten:
Regie
Lars Tietgen
+49 1575 9159719
lars@tietgen.org


Kamera
Jurriaan Körfer
+49 176 72840794
jurriaan@koerfer.art